Am Mittwoch, den 07. April 2010, hat die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH im Beisein des Ministers für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, Ralf Christoffers, die Ergebnisse der bisherigen Bohrkernanalysen präsentiert und die kommenden Schritte des Kupfer-Projekts erläutert. Vor den Augen der geladenen Gäste und der Presse wurde ein stark erzführender Kupferschieferkern aus einer Teufe von 980 Metern gezogen. Dieser Film zeigt die Bohrkernziehung, Auszüge der Ansprachen des Geschäftsführers der KSL, Volker Spieth sowie des ehemaligen US-Botschafters John C. Kornblum und die schönsten Bilder der Veranstaltung.
Am Freitag, den 25. September 2009, wurde die erste Bohrung in der Kupferschiefer-Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife niedergebracht. Zu diesem Anlass veranstaltete KSL Kupferschiefer Lausitz einen Tag der offenen Tür am Bohrplatz, dem mehr 250 Menschen aus Spremberg und Umgebung, darunter Vertreter von Politik und Wirtschaft aus der Region, beiwohnten. Die Höhepunkte des Tages haben wir in diesem Film für Sie zusammengefasst.
Spremberg, 22. Oktober 2009
Wieder einmal bewahrheitete sich der alte Bergmannsspruch: "Vor der Hacke ist`s duster". Die für die jeweiligen Bohrabschnitte geplanten Bohrtiefen verringerten sich um ca. 90 Meter, da sich die Bohrung in einer geologischen Störungszone befindet und sich dadurch die geologische Schichtenfolge verringerte.
Bild links: Bohrarbeiten im Industriegebiet Spremberg Ost, Bild rechts: Aufnahme eines Bohrkopfes.
Nach einer Bohrzeit von 25 Tagen wurde in einer Teufe von 685 Metern die zweite Bohrverrohrung mit einem Durchmesser von 244,5 mm eingebaut. Dies entspricht in etwa der Hälfte der geplanten Bohrtiefe. Bevor die Bohrarbeiten mit der schweren Tiefbohranlage begonnen wurden, war bereits ein Standrohr mit einem Durchmesser von 508 mm auf eine Teufe von 75 Metern eingebracht worden. Bis zum Beginn der Kernbohrstrecke bei ca. 1.000 Metern wird nochmals eine weitere Verrohrung - und zwar zur Sicherung des durchbohrten Salzgebirges - mit einem Durchmesser von 168 mm eingebaut.
Die voraussichtlich ab dieser Teufe anstehende Erzlagerstätte im Zechsteinkalk wird im Kernbohrverfahren erschlossen. Bei dieser Bohrtechnik schneidet eine diamantbesetzte Kernbohrkrone eine zylindrische Säule, den Kern, aus dem Gebirge heraus. Dieser Kern wird dann an die Tagesoberfläche gebracht, aus dem Kernrohr entnommen und in Kernkisten eingelagert. Im Anschluss daran werden die Kerne geologisch aufgenommen, beschrieben sowie mineralogisch und analytisch bearbeitet. Zur Untermauerung der Bohrergebnisse werden geophysikalische Messungen in den jeweiligen Bohretappen ausgeführt.
Im Rahmen des gesamten Bohrprogramms sollen mit bis zu 1.300 Meter tiefen Bohrungen die Ergebnisse aus DDR-Zeiten verifiziert, eine mögliche Erweiterung der Lagerstätte untersucht und die Gewinnbarkeit der Metalle getestet werden. Ziel der KSL-Arbeiten ist die Erstellung einer Studie zur Prüfung der Machbarkeit als Grundlage für die Entscheidung über den Abbau des Kupfererzes. Dieser könnte nach Erhalt aller notwendigen Genehmigungen und dem Bau der entsprechenden Anlagen zwischen 2016 und 2020 erfolgen.
Jede Kupfer-Bohrung findet in verschiedenen Etappen statt. Zunächst wird ein Vorbohrloch erstellt und ein Standrohr eingesetzt. Anschließend folgen weitere Bohrungen bis zur Erzschicht, wobei sich der Bohrdurchmesser nach unten hin stetig verkleinert. Weitere Informationen finden sie hier.
Die Bohrungen werden von den Bohrfirmen H. Angers` Söhne aus Hessisch Lichtenau sowie E+M aus dem bayrischen Hof ausgeführt. Die metallurgische Analyse der Bohrkerne findet in Großbritannien und Kanada unter Leitung und Beobachtung des international renommierten Unternehmens SGS LAKEFIELD statt.
Spremberg, 25. September 2009
36 Meter misst der Bohrturm im Spremberger Industriegebiet Ost, der innerhalb weniger Tage von der ausführenden Bohrfirma hier aufgestellt worden war. Um den Bohrturm versammelt hatten sich mehr als 250 Menschen aus Spremberg und Umgebung, darunter Vertreter von Politik und Wirtschaft aus der Region. Sie waren der Einladung der KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH zum Tag der offenen Tür gefolgt, der am 25. September 2009 anlässlich der ersten Bohrung in der Kupferschiefer-Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife stattfand.
KSL-Bohranlage in der Tuchmacherallee im Spremberger Industriegebiet Ost.
Die Augen der Zuschauer sind fest auf den Bohrturm gerichtet. Plötzlich ein Hammerschlag, dann ein Tusch und das Bohrgerät setzt sich langsam in Bewegung. Der offizielle Startschuss für die erste Bohrung ist gefallen. Durch verschiedene Gesteinsschichten wird sich der Bohrkopf über einen Zeitraum von knapp drei Monaten in die Erde vorarbeiten ? bis in eine Tiefe von etwa 1.250 Metern, wo aus dem Kupferschieferflöz Kernproben gewonnen werden.
Symbolischer Hammerschlag zur Inbetriebnahme der KSL-Bohranlage. Von rechts nach links: Dr. Klaus-Peter Schulze, Bürgermeister Stadt Spremberg, Ulrich Junghanns, Wirtschaftsminister Brandenburg, Dr. Klaus Freytag, Präsident LBGR, Reinhard Bork, Bürgermeister Gemeinde Schleife.
Unter den Gästen befand sich auch der damalige Wirtschaftsminister des Landes Brandenburg Ulrich Junghanns. Er bezeichnete den Start der Bohrungen als einen wichtigen Tag für den Industriestandort Brandenburg: "Heute wird ein neues Kapitel bei der Nutzung heimischer Rohstoffe in Brandenburg aufgeschlagen. War bisher der Braunkohlebergbau der dominierende Bergbauzweig der Region, kommt nun die Erkundung von Kupfervorräten hinzu. Dieses Unterfangen ist Ausdruck von unternehmerischem Mut, den wir für wirtschaftliches Wachstum unbedingt brauchen. Dafür zolle ich Respekt. Denn das stärkt die Region und damit das Land." Ähnlich positiv äußerte sich auch der Präsident des Landesamts für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Brandenburg Dr. Klaus Freytag, der zudem die Wahrung von Auflagen zum Schutz von Flora und Fauna betonte.
Bild rechts: Judith Natho, Stadtpastorin von Spremberg, hält die Eröffnungsansprache. Bild links: Dr. Klaus-Peter Schulze, Bürgermeister der Stadt Spremberg, zeigt Perspektiven für die Region auf.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von zwei herausragenden Persönlichkeiten der Stadt Spremberg. Judith Natho, Stadtpastorin von Spremberg, wandte sich mit gefühlvollen Worten an die Gemeinde und sprach ihren Segen für das Bohrprogramm von KSL aus. Dr. Klaus-Peter Schulze, Bürgermeister der Stadt Spremberg, ließ die vergangenen zwei Jahre der Vorbereitung Revue passieren und bezeichnete das Projekt mit Bezug auf zukünftige Arbeitsplätze als "einen Sechser im Lotto" für die Region. Ähnlich positiv äußerte sich der Bürgermeister der sächsischen Gemeinde Schleife Reinhard Bork, wo ebenfalls Kupfer-Bohrungen stattfinden sollen. Vor Ort konnte sich der sächsische Vertreter bereits einen Eindruck von Art und Umfang der geplanten Tätigkeiten machen.
Bild Links: Volker Spieth, Geschäftsführer der KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH. Bild rechts: Alter Kupferbergbau trifft KSL: Peter Hartung, Leiter des Schaubergwerks Röhrigschacht in Wettelrode, überreicht historische Bergbau-Impressionen an Volker Spieth, Geschäftsführer KSL.
Volker Spieth, Geschäftsführer von KSL, stellte die Zukunftsfähigkeit des Projekts klar in den Vordergrund seiner Rede: "In der Bergmannssprache spricht man von Hoffnungsbau, wenn erwartet wird, in absehbarer Zeit nutzbare Mineralien aus einem Rohstofflager anzufahren. Unsere Arbeiten in den vergangenen zwei Jahren waren stets von dieser Erwartung getrieben und wir freuen uns, dass wir unseren Hoffnungsbau jetzt endlich von der Planung in die Umsetzung bringen können. Die existierende Kupferlagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife wird in ihrem Ausmaß und ihrer Qualität durch KSL mit modernen bergbautechnischen Verfahren bestätigt. Gemeinsam mit allen Projektbeteiligten möchten wir dafür sorgen, dass aus unserer Hoffnung handfeste Perspektiven, Planungen und Investitionen werden, für die Region sowie auch für den Bergbau in Deutschland."
In seine Rede schloss er nicht nur die Menschen in der Lausitz ein, sondern insbesondere auch die ehemaligen Bergleute, die aus Mansfeld und Sangerhausen nach Spremberg gereist waren, um dem historischen Tag beizuwohnen. Nachdem 1990 die letzten Bergwerke im Mansfelder Land geschlossen worden waren, schien es, als sei damit das letzte Kapitel der Kupferproduktion in Deutschland zu Ende gegangen. Umso bedeutungsvoller, als Peter Hartung, ehemaliger Bergmann aus Mansfeld und heute Leiter des Kupfer-Schaubergwerks in Wettelrode, die Bühne betrat und eine Kollage historischer Bildaufnahmen aus dem Mansfelder Bergbau überreichte. Ein symbolischer Schulterschluss in der Geschichte des Erzbergbaues in Deutschland, bei dem Altes mit Neuem und Tradition mit Zukunft verbunden wurde.
Mit einem symbolischen ersten Spatenstich begannen am 30. April 2009 die Erkundungsarbeiten in der Kupfererzlagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife. Mit dabei: der Bürgermeister der Stadt Spremberg Dr. Klaus-Peter Schulze, Volker Spieth, Projektleiter bei KSL und die Bohrfirmen Anger`s Söhne und E+M, die die Bohrarbeiten ausführen werden.
Der Ort der ersten Erkundungsbohrung (Cu Sp 131/09) befindet sich in einem Forstgebiet Nahe der B 156 im Kupfererzfeld Graustein, ca. 2,5 km östlich des Bahnübergangs Spremberg. Nur wenige Meter entfernt dieses Bohrplatzes wurde bereits zu DDR-Zeiten nach Kupfer gebohrt - daran erinnert ein weiß-rotes Rohr, das aus der Erde ragt (siehe Abbildung rechts). Ziel der ersten Bohrung ist es, die Ergebnisse der DDR-Erkundungen zu verifizieren.
Erster Spatenstich zum Start der Erkundungsbohrung.
Für die Ausführung der Bohrungen wurden zwei Firmen engagiert: Anger`s Söhne aus Hessisch Lichtenau und E+M aus Hof. Nach Beendigung jeder Bohrung wird der Ursprungszustand des Bohrplatzes wiederhergestellt. Für die vorübergehende Nutzung von Grundstücken werden Vereinbarungen mit den Grundstückseigentümern getroffen.