Kupferschiefer
Kupferschiefer ist ein kalkhaltiger Tonstein, der in feiner Verteilung
eine Vielzahl an Metallen wie Kupfer, Silber, Zink und Blei enthält.
Seinen Namen verdankt der Stein dem gewissen Anteil an schwefelhaltigem
Kupfererz, dessen Abbau weit in die deutsche Geschichte zurückreicht.
Über diese Bedeutung hinaus, ist Kupferschiefer auch archäologisch von
Interesse: In Kupferschiefer-Ablagerungen finden sich häufig Fossilen
von versteinerten Pflanzen und Fischarten.
Quastenflosser im Kupferschiefer. Foto: http://www.fossilweb.de/perm/index.html
Entstehung des Kupferschiefers
Kupferschiefer entstand vor ca. 255 Millionen Jahren als
Faulschlammablagerung eines tropischen Meeres. Der Ablagerungsvorgang
des ca. 40 cm dicken, schwarzen Gesteins dauerte etwa 50.000 Jahre.
Während dieses Zeitraums herrschten im Meer ähnliche Bedingungen, wie
sie heute im Schwarzen Meer zu finden sind: Die oberen Wasserschichten
nährstoffreich und voller Leben, während die unteren sauerstoffarmen
Wasserschichten lebensfeindliche Umgebungen boten. Absinkende Lebewesen
zersetzen sich nicht und blieben als Fossilien im Kupferschiefer
erhalten. Darüber hinaus wurde das Material im Verfestigungsprozess nur
leicht komprimiert - so lassen sich die einzelnen Schichten eines
Kupferschieferblocks gut in dünne Scheiben teilen.
Kupferschieferabbau in Deutschland
Der Kupferschieferabbau in Deutschland reicht zurück
bis in das Jahr 1199. Der Legende nach fanden die Knappen Napian und
Neuke auf dem "Kupferberg" bei Hettstedt im Harz eine Lagerstätte vor
und begannen mit dem Bergbau. 80 Millionen Jahre zuvor hatten tertiäre
tektonische Bewegungen zur Heraushebung des Harzes geführt, so dass
Kupferschieferschichten an die Oberfläche gedrückt wurden. In der
Folgezeit entstanden in Ortschaften wie Hettstedt, Mansfeld und Eisleben
Hunderte kleinerer und größerer Halden, die heute das gesamte
Landschaftsbild prägen. Noch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert
waren die Abbaugebiete zwischen Harz und Thüringer Wald sowie Teile
Niederhessens für 80 Prozent der gesamten deutschen Kupfererzeugung
verantwortlich. Dementsprechend lässt sich die Geschichte des
Kupferschieferbergbaus besonders gut in den Halden im Harz, am besten
dokumentiert in Mansfeld, nachverfolgen.
Einen Abriss über die gesamte Geschichte des Kupferschieferabbaus in Deutschland finden Sie hier.