Der Rohstoff Kupfer
Kupfer ist ein elementarer Bestandteil unseres Alltags. Beim Duschen
stellen Kupferrohre sicher, dass Wasser fließen kann, im Auto begleitet
es uns zur Arbeit, im Büro macht es Computertechnik überhaupt erst
möglich und zu Hause sorgen Kupferdrähte dafür, dass abends das Licht
leuchten kann.
Kupfer ist das drittwichtigste Metall für die industrielle Fertigung und
aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Copyright: Deutsches
Kupferinstitut
Warum heißt Kupfer eigentlich Kupfer?
Kupfer ist das erste Metall der Menschheit und wurde bereits vor über
10.000 Jahren in der Steinzeit verwendet. Dabei kam das leicht zu
verarbeitende Material vor allem in der Verzierung von Schmuckobjekten
zum Einsatz. Mit wachsenden Metallkenntnissen stiegen mit der Zeit auch
die Einsatzmöglichkeiten des Metalls. Das Hämmern, Erhitzen, Gießen oder
das Vermischen (Legieren) mit anderen Metallen wie Blei, Silber, Zink
oder Zinn führten zur Namensgebung einer ganzen Zeitperiode: Der
Bronzezeit. Ursprünglich in Vorderasien vornehmlich genutzt, breitete
sich die Verwendung von Kupfer im Laufe der Geschichte schnell aus: Die
Ägypter nutzen Kupfer bereits für ihre Wasserleitungen, die Griechen
verarbeiteten Kupfer in ihren Bauwerken. Den Namen hat das Metall
allerdings von den Römern: Sie nannten Kupfer "aes cyprium" (Erz aus
Cypern), da Cypern Hauptlieferant für Kupfer war. Cyprium wurde im Laufe
der Zeit in cuprum umgewandelt und aus diesem Wort wurde später das
chemische Symbol Cu für Kupfer abgeleitet.
Der Prozess der Kupfergewinnung
Kupfer kommt selten gediegen vor, das heißt in
reiner Form - immer jedoch in Form von Erzen. Der Abbau dieser Erze
findet sowohl im Tagebau (zu ca. 90 Prozent) als auch im Untertagebau
statt. Der Prozess der technischen Gewinnung und die Überführung in
Reinkupfer erfolgt in mehreren Schritten: Nach der Förderung findet in
der Regel zunächst eine Aufbereitung der Erze statt, die sogenannte
Flotation (Schwimmaufbereitung), da die Erze oft nur einen sehr geringen
Anteil an Kupfergehalt von 0,4-2 Prozent aufweisen. Nach diesem
Konzentrationsprozess liegen in der Regel Erzkonzentrate mit einem
Kupfergehalt zwischen 20 und 30 Prozent vor.
Die anschließende Kupfergewinnung kann sich auf zwei
Wegen vollziehen. Auf dem "trockenem Weg" durch ein
schmelzmetallurgisches (pyrometallisches) Verfahren oder auf dem
nassmetallurgischen (hydrometallurgischen) Weg. Der letzte Schritt ist
die elektrolytische Raffination, in der das Kupfer von verbliebenen
Verunreinigungen befreit wird.
Die bedeutendsten Kupfererzvorkommen liegen heute in
Chile und in den USA, wo 20 Prozent der bekannten Weltreserven lagern.
Weitere wichtige Fördergebiete sind Afrika, Australien, China, Kanada,
Indonesien, Südamerika, Russland und Polen.
Die wichtigsten Kupferlagerstätten in Europa sind an
den Kupferschiefer gebunden - ein mit Kupfer mineralisierter schwarzer
Schiefer des Unteren Zechsteins, der sich von England über Deutschland
bis nach Westpolen erstreckt.

Ein Auto enthält rund 25 Kilogramm Kupfer. Mit der Entwicklung von
Elektroantrieben wird dieser Anteil weiter deutlich steigen. Copyright:
djd/Deutsches Kupferinstitut
Ohne Kupfer läuft nichts
Wie wichtig Kupfer in der industriellen Fertigung geworden ist, lässt
sich an vielen Branchen illustrieren. Vor allem in der modernen
Elektronik sowie in der Elektro- und Bautechnik gilt Kupfer aufgrund
seiner hohen Energie- und Wärmeleitfähigkeit, seiner Haltbarkeit und
Korrosionsfestigkeit als unverzichtbar. Neben der Verkabelung von
Gebäuden wird das Metall auch in Wicklungen elektrischer Motoren,
Spulen, Generatoren, Solarzellen, Strom-Leitsystemen und Schaltgeräten
eingesetzt. Sozioökonomische Entwicklungen wie die zunehmende Vernetzung
unserer Bürowelt, die steigenden Ansprüche an die Telekommunikation zu
Hause, aber auch die wachsenden Sicherheits- und Komfortwünsche
verstärken zusätzlich die Nachfrage und die Bedeutung von Kupfer.
Hauptanwendungsbereiche von Kupfer. Quelle: IWCC
Recyclebar - ein unschlagbarer Vorteil
Kupfer ist zu fast 100 Prozent recyclingfähig. Bereits heute wird
ungefähr die Hälfte des jährlichen Kupferbedarfs in Deutschland aus
Recyclingmaterial gedeckt. Die Wiederverwertung von Kupfer kann deshalb
als größte und wirtschaftlichste Kupfermine der Welt betrachtet werden.
Die elektrolytische Raffination ermöglicht es, unedle und edle
Verunreinigungen aus Kupfer restlos zu entfernen. Deshalb können Kupfer
oder seine Legierungen aus Altmaterialien ohne Qualitätseinbußen
beliebig oft recycelt werden. So werden nicht nur der Rohstoffressourcen
geschont, sondern auch der Energieaufwand verringert.